Vakuumfett
Vakuumfett wird zum Dichten von geschliffenen Glasverbindungen, zum Schmieren bei Bewegungen (z.B. bei Absperrhähnen oder Kugellagern) sowie zur Verbesserung der Dichtwirkung von Elastomer-O-Ringen eingesetzt.
Generell sollte Fett im Vakuum sparsam verwendet werden da stets geringe Mengen abgasen. Ein Kriterium zur Auswahl des geeigneten Fettes ist der Dampfdruck bei der Einsatztemperatur (siehe Datenblätter). Vor der Angabe eines Enddrucks in mbar drücken sich die Hersteller meist, da dieser von der Pumpleistung des Systems abhängt. Der Dampfdruck sollte nicht oberhalb des angestrebten Enddrucks liegen. Sinnvoll ist zudem die Überlegung, ob geringste Mengen an Kohlenwasserstoffen oder Silikon in der Anwendung verträglich sind.
Unser Hochvakuumfett YFS-50 von Dow Corning® ist ein transparentes Fett auf Silikon-Basis. Es ist in einem breiten Temperaturbereich stabil, besitzt ein gutes Schmier-und Abdichtverhalten und neigt nicht zum Verharzen. Silikon besteht aus einer Kette von Si- und O-Atomen – von organischen Nebengruppen umgeben – meist Methylgruppen CH3. Silikon besitzt eine sehr geringe Oberflächenenergie und neigt zum Kriechen. Schon wenige Moleküle auf einer Oberfläche führen dazu, dass z.B. Lacke nicht mehr haften. Da es auch mit Lösungsmittel nur schwer vollständig zu entfernen ist vermeidet man es in Beschichtungsanlagen.
- Beachten Sie bitte den Anstieg des Dampfdrucks bei hohen Temperaturen:
60°C: 1,3 x 10-7 mbar; 110°C: 2 x 10-5 mbar; 150°C: 1 x 10-3 mbar. - Die UHV- und HV-Fette von Apiezon® basieren auf Mineralfett und sind Silikonfrei. Ihre Kohlenwasserstoffe besitzen durch ihr hohes Molekulargewicht einen noch geringeren Dampfdruck und besseres Schmierverhalten als Silikonfett. Zudem zeigen sie kein Kriechen.
- Die angebotenen Apiezonfette sind für verschiedene Einsatzbereiche optimiert.
- Typ M ist für den allgemeinen Vakuumeinsatz bei Raumtemperatur geeignet
- Typ L besitzt einen besonders geringen Dampfdruck
- Typ N wird im Kryobereich eingesetzt
- Typ H sollte für Temperaturen über 30°C eingesetzt werden. Es kann bis 240°C verwendet werden,
wobei der Anstieg des Dampfdrucks mit der Temperatur berücksichtigt werden sollte:
60°C: 1,3 x 10-7 mbar; 110°C: 8 x 10-6 mbar; 240°C: 8 x 10-3 mbar






